Tore, Emotionen und 3 Punkte – Amberg gewinnt Regenschlacht gegen Weiden

Tore, Emotionen und 3 Punkte - Amberg gewinnt Regenschlacht gegen Weiden

Mit einem 3:2-Erfolg beim Derby gegen die SpVgg SV Weiden konnte der FC Amberg im heimischen Stadion am Schanzl verdientermaßen drei weitere wichtige Punkte einfahren. Die Zuschauer erlebten ein spannendes, emotionales und torreiches Aufeinandertreffen der beiden Rivalen.

Nach dem 6:0-Erfolg der Gelb-Schwarzen gegen den SV Erlenbach und der überraschenden 1:3-Niederlage der Weidener gegen den Würzburger FV am vorherigen Spieltag wurde der Mannschaft von Trainer Günter Brandl bereits im Vorfeld die Favoritenrolle zugeschoben. Vorteilhaft für die Gäste aus dem grob 40 Kilometer entfernten Nachbarort war allerdings die Tatsache, dass der FC Amberg nur eine sehr kurze Regenerationsphase hatte. Das letzte Pflichtspiel fand nämlich erst am Sonntag um 16 Uhr, also 50,5 Stunden vor dem angesetzten Spielbeginn gegen Weiden statt.

Nicht aufgrund des hohen Zuschauerandrangs – wie es immer mal wieder der Fall ist – sondern aufgrund einer Verspätung der Gastmannschaft verzögerte sich der Anpfiff des traditionsreichen Derbys um 10 Minuten. Ein unerwarteter Stau machte einen Strich durch die ursprüngliche Zeitplanung. Die unverständliche Spielansetzung an einem Dienstagabend und das regnerische Wetter führten zu einer leider etwas enttäuschenden Zuschauerzahl. Nur knapp über 700 Besucher kamen im Rund des Amberger Erlebnisparkstadions am Schanzl zusammen. Im letzten Kräftemessen der beiden Vereine in einem Ligaspiel erschienen über 2000 Interessenten.

Nach dem Anpfiff durch Schiedsrichter Florian Badstübner zeigten beide Teams von Beginn an eine motivierte und kämpferische Einstellung. Zwar konnten die Gelb-Schwarzen sich in dieser frühen Phase bereits mehr, bzw. bessere Spielanteile herausarbeiten, doch das erste Tor erzielten die Schwarz-Blauen in der 14. Spielminute. Der herauseilende Torwart Matthias Götz kam zu spät und wurde von Gästespieler Devrillen abgeklärt überspielt. Durch den Rückstand ließen sich die Hausherren aber keineswegs aus der Fassung bringen. Weiterhin wurden gefährliche Offensivaktionen erarbeitet. Besonders lobenswert hierbei die herausragende Leistung des Neuzugangs Gratas Sirgedas. Zehn Minuten nach dem ersten Treffer, schaffte es dann auf Amberger Seite Julian Ceesay den Ball in einer unübersichtlichen Situation im Strafraum der Weidener zum verdienten Ausgleich über die Linie zu drücken.

Auch im weiteren Spielverlauf bis zur Halbzeit zeigte sich die Heimmannschaft, beflügelt durch die enthusiastischen Sprechchöre von den Rängen, weiterhin überlegen und erspielte zahlreiche Torchancen. Doch wie es eben im Fußball eben so ist: Wer seine Chancen nicht verwertet, der wird bestraft. Nur wenige Momente vor dem Pfiff zur Halbzeit – also zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt – ging die SpVgg SV durch einen durchaus sehenswerten Konter erneut in Führung. Mit dem Zwischenstand von 1:2 gingen die Akteure dann – durchnässt vom Regen und Schweiß – in die Halbzeitpause.

Schneller, spielerisch hochwertiger und körperbetonter Fußball wurde dann zur Freude aller anwesenden Zuschauer auch in den verbleibenden 45 Minuten präsentiert. Bereits wenige Minuten nach Wiederanpfiff gelang es Karzmarczyk per Kopf den überfälligen Ausgleichstreffer zum 2:2 zu erzielen. Doch mit einem Punkt wollten sich die Vilsstädter in dieser packenden Partie keinesfalls zufrieden geben. Akribisch und voller Spielfreude wurden mehrere Tormöglichkeiten herausgearbeitet. Zu ungenaue Abschlüsse und der Gästekeeper verhinderten jedoch zunächst den Führungstreffer. Doch dann stoppte in der 80. Spielminute eine Weidener Defensivkraft einen Amberger Akteur unfair per Notbremse. Der Unparteiische stellte den Pechvogel Wendl mit einer roten Karte vom Platz und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Die Zeitspanne zwischen dem Pfiff und der Ausführung des Strafstoßes dauerte ungewöhnlich lang. Die Anspannung auf den Rängen war greifbar. Doch der Schütze Karzmarczyk behielt die Nerven und hämmerte den Ball zum 3:2 in die Maschen.

Die eingeläutete Schlussphase war dann an Spannung nicht zu überbieten. Der FC Amberg nutzte alle Kraftreserven, um die absolut verdiente Führung in der Regenschlacht unter dem wolkenbedeckten Himmel über die Zeit zu retten, während die SpVgg SV Weiden sich nicht demotivieren ließ und alles nach vorne warf. Zum Glück – aus Amberger Sicht – waren die Aktionen der Gäste in den letzten Minuten oftmals zu überhastet und ungenau. Der FC Amberg siegte im Oberpfalzderby verdient mit 3:2.

Der Fanclub „Gelb-Schwarz 04“ unterstützte seinen favorisierten Verein während dem Spiel enthusiastisch und lautstark mit Sprechchören und zwischenzeitlich sogar mit Wechselgesängen mit den Amberger Anhängern auf der Gegengerade und trug so zur unverwechselbaren Derbystimmung am Rande der Vils bei. Nach langer Pause fand sich auch wieder die vereinseigene Trommel im F-Block ein, was die Atmosphäre zusätzlich aufwertete. Sogar die Amberger Bürgermeisterin Brigitte Netta und der CSU-Stadtrat Thomas Bärtlhein gesellten sich gerne zu der geselligen Runde der seit 2004 bestehenden Fangemeinschaft. Auch die Amberger Mannschaft würdigte die Unterstützung direkt nach dem Spiel.

Nach dem jüngsten Erfolg konnte sich der FCA in die Spitzengruppe der Bayernliga Nord vorarbeiten. Zehn Punkte nach fünf Spielen stehen auf dem Konto der Oberpfälzer. Am kommenden Wochenende erwartet dann die DJK Bamberg den FC Amberg. Bei den Oberfranken wartet ebenfalls eine keineswegs leichte Aufgabe auf die Vilsstadt-Kicker.

(Text: L. Weigl; Bilder: A. Bauer)